Role fuhr uns alle vier mit seinem Landrover nach Barra Grande. Das Auto war bis zum Rand voll beladen. Es war sehr schön nach drei Wochen aus Paracuru raus zu kommen und mal was anderes von Brasilien zu sehen. Als wir in Barra Grande ankamen, trauten wir kaum unseren Augen. Es war das reinste Paradies.

Ausblick von unserem Zimmer in die Umgebung der Pousada
Die Pousada hatte viele Palmen, kleine verschlungene Wege die liebevoll mit schönen Steinmosaiken geschmückt waren und ganz viel Platz. Die Zimmer waren eher klein aber auch sehr schön, das Badezimmer halbwegs im Freien.

Unser Badezimmer
Einzig die kleinen Frösche, die jeden Abend ein Fest im Klo feierten, waren zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig.

Swimming Pool
Der Kitespot war nur 400Meter weg von der Pousada und einfach zu Fuss zu erreichen. Bei Ebbe war es praktisch Flachwasser und bei Flut etwas Chop.

Strand mit dem kleinen Restaurant
Die kleine Strandbar war windgeschützt und unter einem Palmendach. Kurz gesagt: Ein Traum. Ungefähr 3km weiter unten, gab es eine kleine Lagune mit perfektem Flachwasser. Einziger Nachteil war, dass man da abends wieder upwinden musste. Alternativ stand eine kleine Eselskarre zur Verfügung, mit der man am Strand entlang windaufwärts fahren konnte.

Atemberaubender Sonnenuntergang am Strand
Endlich konnten wir uns auf dem Wasser austoben und Sprünge und andere kleine Tricks üben. Wir fühlten uns wie kleine Kinder, die endlich auf einen Spielplatz ohne Begrenzung gehen durften.

Erste kleine Sprünge, Corina

Weiterer kleiner Sprung Corina

Vasco am Fahren, auch er springt doch leider gibt es noch kein Photo davon
Paschi organisierte an einem Tag einen kleinen Downwinder (das ist wenn man eigentlich mit dem Wind runter fährt und somit nicht drauf achten muss, dass man nicht vom Winde verweht wird). Stefan, der Pousada Besitzer fuhr uns in das kleine Dorf. Wir pumpten am Strand unsere Kites auf. Die Kinder und Locals schauten gespannt zu. Wahrscheinlich hatten die noch nicht oft zuvor Kiter dort gesehen.

Start beim "Minidownwinder"
Die Fischer auf dem Boot hatten einen kleinen Haifisch gefangen, den sie nun genau betrachteten (grosse Haie hat es in Nordbrasilien eigentlich nicht). Der kleine 10km lange Downwinder war wunderschön.

Unterwegs beim Downwinder
Leider habe ich noch kurz vor dem Ausstieg ein „blaues Seil“ gesehen, das ich noch schnell anschauen wollte. Wie sich herausstelle, war es kein Seil sondern eine Qualle. Es brannte ziemlich. Nachdem ich am Strand die verbrannten Stellen mit Süsswasser gespült hatte, gingen wir zur Pousada, wo wir im Internet genau nachlasen was man eigentlich machen sollte. Ja nicht mit Süsswasser spülen… Jedenfalls gingen wir wieder zum Strand und Vasco wollte mir beweisen, dass dies die einzige Qualle war. Nach 5 Minuten und einem Missglückten Sprung, kam auch er raus, mit Verbrennungen am ganzen linken Arm. Glücklicherweise wussten wir nun genau was wir da zu machen hatten. Die Tage danach waren wir alle dann etwas vorsichtiger und versuchten möglichst Tricks die mit Bodydragen endeten (also missglückte Tricks) zu vermeiden.

Vasco beim Kite aufpumpen
Barra Grande selber ist eigentlich nur auf Sand gebaut. Kein Restaurant war mit Steinboden und die Bedienung war immer barfuss. Auch das Essen war hervorragend. Praktisch alle Pousadabesitzer und Lokals rauchen hier Gras. Ensprechend entspannt ist die ganze Atmosphäre im Dorf. Anscheinend ist auch das Einzige was je gestohlen wurde eine Hanfplanze aus einem Garten.

Beladen mit dem Kitezeug auf dem Weg zum Strand. Es war jeweils ca 35°C warm.

Vasco in der Dorfstrasse
Da wir trotz unserem Kitefieber auch mal noch was anderes sehen wollten, machten wir eine Ruderbootstour mit einem Lokalen Anbieter. Wir wurden mit der Eselskarre bei unserer Pousada abgeholt und fuhren zu kleinen Booten hinter dem Dorf.

Einstiegsstelle für die Ruderboote

Touristen auf dem Ruderboot
Die Lokals paddelten mit uns durch eine wunderbare Landschaft aus Mangroven. Das Wasser war sehr sauber und kühl, da diese Pflanzen es ständig reinigen.

Mangrovenwald
Einer unsere Führer verschwand plötzlich im Mangrovenwald und kam voller Lehm zurück. In der Hand hatte er eine Krabbe.

Krabbe die ihre kleinen Augen rauf und runterklappen konnte
Die kleinen Augen konnte sie hoch und runter klappen. Er erklärte uns so einiges (auf Brasilianisch) über dieses Tier. Etwas später auf dieser Tour stieg er wieder ins Wasser, diesmal mit einer Taucherbrille und kam mit einem Seepferdchen wieder zurück. Ganz behutsam legte er es in ein Glas mit Wasser, damit wir es genauer betrachten konnten. Kurzdarauf war auch schon ein zweites da. Die Tiere wurden selbstverständlich danach wieder frei gelassen! Die Tour dauerte nur 3 Stunden, war jedoch sehr eindrücklich

Seepferdchen Nr.1 durch die Spiegelung am Boden dachte es ständig da sei ein Kollege von ihm.

Beide Seepferdchen ohne Spiegelung am Bod

Rückweg mit der Eselskarre am Strand entlang

Mit dem Esel im Dorf
Am zweitletzen Tag unternahmen Vasco und ich noch einen Tagestrip in einen Nationalpark. Unser Fahrer war Wellington, ein Brasilianer aus Sao Paolo der sich nach Barra Grande verirrt hat und nun da bleiben möchte.

Seite Cidace = Sieben Städte Nationalpark, hier der Elefant
Der Nationalpark war sehr klein und voller skurriler Felsformationen die durch die Erosion zum Teil aussahen wie Tiere oder Gesichter. Wir waren da mit dem Fahrrad unterwegs, nur wir zwei und ein Führer.

Corina und unser Führer mit den Fahrrädern. Es war sehr, sehr, sehr heiss!
Auch er sprach kein Wort English, die Verständigung hat jedoch gut geklappt. Es hatte dort auch noch Felsmalereien, was schon fast unheimlich ist wenn man bedenkt, dass da vor 10 000 Jahren Menschen ihre Hände auf diesem Felsen abgedrückt haben.

Händeabdrücke die 10000 Jahre alt sind
Das Ganze war frei zugänglich und nicht mal hinter einer Glasvitrine, was unvorstellbar wäre in der Schweiz. Der Ausflug war echt super toll!

Freizugängliche Felsmalerei

ein schönes Pärchenbild;)

Fledermaus im Nationalpark. Anscheinend gibt es da auch Pumas.

Wunderbare Aussicht auf einen "Büffel"

Ein Pärchen auf einem Aussichtspunkt im Nationalpark
Nach guten zwei Wochen verliessen wir Barra Grande mit dem Hintergedanken im Kopf, wahrscheinlich nochmals zurück in dieses kleine Paradies zu kommen.

Vasco auf der Slackline